Das richtige Blutzucker-Messgerät:

Worauf Sie achten müssen!

Welches Blutzucker-Messgerät ist das richtige für mich? Diese Frage stellen sich sicher viele Diabetiker! Die Zahl der Angebote ist gewaltig, ständig gibt es Neuheiten. Auch von ein und derselben Herstellerfirma gibt es mehrere Produkte, die alle paar Jahre durch neue ersetzt werden. Wer einmal seine Adresse bekannt gegeben hat (z.B. beim Ausfüllen des Garantiescheins), wird mit immer neuen Angeboten beglückt.

Auch von den beliebten Diabetikertagen schleppen viele Patienten neue Errungenschaften ab. Die kostenlosen Angebote der diversen Blutzucker-Messgeräte in Apotheken und Arztpraxen ergänzen das Angebot. Aber nach welchen Kriterien sollte ich mich denn eigentlich für ein bestimmtes Blutzucker-Messgerät entscheiden?

Es gibt sicher viele Aspekte: Größe und Gewicht, Farbe und Design des Blutzucker-Messgerätes, die benötigte Menge an Blut, die Größe des Displays, die Lesbarkeit der Zahlen, Beleuchtung des Displays oder Beleuchtung des Teststreifens während der Messung, Beschaffenheit und Verpackung der Teststreifen, Handhabbarkeit im Alltag (z.B. bei eingeschränkter Fingerbeweglichkeit oder rheumatischen Erkrankungen), Eignung in besonderen Situationen (hohe/niedrige Außentemperatur, große Höhe, hohe Luftfeuchtigkeit, Schwangerschaft, Dialyse).

Aber bevor all diese Punkte gegeneinander abgewogen werden können, muss zunächst einmal gesichert sein, dass ein Blutzucker-Messgerät genau misst!

Klar, werden Sie sagen, genau messen sollte mein Messgerät schon! - Aber wie genau ist genau? Und wie bestimmt man die Genauigkeit? Und wie viel Genauigkeit ist genau genug?

Man könnte z.B. ein BZ-Messgerät "xyz" vergleichen mit einem Labormessgerät, dem 'Goldstandard', als Referenz. 100 oder 1000 oder 10000 Tests würden von einer erfahrenen Laborfachkraft mit beiden Geräten parallel durchgeführt und die Ergebnisse gegenüber gestellt. Im Idealfall gäbe es keine oder nur eine geringe Abweichung (1%? 5%? 10%?). Grafisch sähe das so aus:

Hier sind einfach 100 künstlich erzeugte "BZ-Werte" gegeneinander aufgetragen. Wenn das zu testende Gerät "XYZ" 100%ig genau wäre, müssten alle Werte auf einer gemeinsamen Linie durch die Punkte 0, 50, 100, 200, usw. liegen. Bei dieser Konstruktion habe ich jetzt einfach einen konstanten Fehler von minus 5% eingeführt: das zu testende Messgerät misst immer 5% weniger, die Kurve verläuft deswegen flacher.

In der Praxis hat sich ein etwas komplizierteres Verfahren durchgesetzt, das von William Clarke und Kollegen 1987 entwickelt worden ist und als Clarke-Error-Grid bekannt wurde. Es findet auch bei dem internationalen Standard ISO 15197 Verwendung.


Das Clarke-Error-Grid markiert fünf Bereiche:

A: der Bereich, in dem mehr als 95% der Messwerte liegen sollten; die Abweichung gegenüber der Referenzmethode ist kleiner als +/-20% (für Blutzuckerwerte über 75mg/dl) bzw. kleiner +/-15mg/dl (für Blutzuckerwerte unter 75mg/dl).

B: enthält Punkte außerhalb des 20%-Bereiches, die zu keiner gravierenden Fehlbehandlung führen.

C: umfasst Messfehler, die zu unnötigem Verhalten führen.

D: enthält Messfehler, die zu einer potentiell gefährlichen Nicht-Feststellung von Hypo- oder Hyperglykämien führen.

E: enthält Messfehler, die dazu führen, dass eine Hypoglykämie wie eine Hyperglykämie behandelt wird und umgekehrt.



Ok, werden Sie sagen, und was ist mit dem CE-Zertifikat auf dem Messgerät? Die CE-Markierung besagt lediglich, dass das Gerät den Regelungen der EU konform ist; diese Markierung kann von einer Vielzahl von Stellen in der EU vergeben werden; die Einhaltung der ISO 15197 wird zwar verlangt, wer die Überprüfung durchgeführt hat (z.B. der Hersteller) wird aber nicht hinterfragt. Fakt ist, dass bei einer Überprüfung von 27 Messgeräten mit CE-Markierung 40% die ISO 15197 nicht erfüllten.

Fazit:

Ab sofort werde ich auf dieser Website bei allen Messgeräten, über die berichtet wird, das Clarke-Error-Grid anfügen, damit Sie sich selbst ein Urteil über Präzision und Genauigkeit bilden können. Geräte, für die diese Untersuchung nicht zweifelsfrei zur Verfügung steht, werden nicht besprochen.

Sie sollten sich, wann immer Sie ein 'günstiges' Blutzucker-Messgerät angeboten bekommen, ob in Ihrer Apotheke, auf dem Diabetikertag, in der Praxis oder von Ihrer Krankenkasse, davon überzeugen, wie die Error-Grid-Analyse ausfällt und dass sie von einer unabhängigen Institution durchgeführt wurde!


vom Blutzucker-Messgerät zu den Teststreifen



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