CGM hat meine Welt nachhaltig verändert...

by Veronika Lehmann
(12355 Berlin, Waltersdorfer Chaussee 74)


Bevor ich berichte, um welche Veränderung es geht und wie es dazu gekommen ist, möchte ich mich erst einmal vorstellen. Mein Name ist Veronika Lehmann, ich bin 55 Jahre alt, verheiratet und als Beraterin in der Personalentwicklung tätig. Ich liebe meinen Beruf und genieße mit meinem Mann ein sehr sportlich ausgerichtetes Privatleben (Tennis, Tanzen, Schwimmen, Gymnastik, Fitness). Auch in vielen anderen Feldern (großer Freundeskreis, Theater, Fotografieren, Malen, etc.) bin ich eine echte Freizeitaktivistin.

Als vor 21 Jahren bei mir ein Typ1-Diabetes festgestellt wurde, brach zunächst mal eine Welt für mich zusammen. Seit dem besteht meine Welt zu einem festen Zeitanteil aus folgendem Kreislauf: Probleme mit der Einstellung wahrnehmen, ausprobieren, beobachten, dokumentieren, auswerten, erfolgreiche Verhaltens-weisen ableiten, in den Ablauf einbauen und wieder von vorn.
Auf diese Weise habe ich mir mein „altes Leben“ Stück für Stück zurückerobert und für meine unterschiedlichen Aktivitäten Standards entwickelt, mit denen ich beruflich und in der Freizeit lange Jahre gut über die Runden gekommen bin. Folgeerkrankungen traten nicht auf. Nach der stationären Ersteinstellung waren keine weiteren Krankenhausaufenthalte erforderlich und meine Fehlzeiten tendierten gegen Null.

Leider änderte sich meine Situation mit dem Eintritt ins Klimakterium schlagartig. Durch die hormonellen Schwankungen wurde mein in vielen Jahren nach und nach erarbeitetes individuelles Diabeteskonzept über den Haufen geworfen. Nichts stimmte mehr, ich fühlte mich als Sklavin meines Körpers und konnte nur noch mit zeitweise bis zu 15 Messungen am Tag „reagieren“. Alle Versuche, den Hormonhaushalt mit dosierten Hormongaben in den Griff zu bekommen, führten nur zu noch stärkeren Schwankungen meiner Werte. Das wirkte sich insbesondere am Arbeitsplatz aus, denn in meiner Beratungsfunktion, als Dozentin und Moderatorin kann ich mir keine Auszeiten leisten.
Sport war in dieser Phase nur noch sehr bedingt möglich und schon gar nicht mehr planbar. Außerdem stellten sich leider auch erste Folgeerkrankungen ein. Besonders viel Angst hat mir eine Ödembildung auf der Netzhaut gemacht, die gelasert werden musste. Mit war klar – die Werte mussten sich stabilisieren! Aber wie?

Der Zufall half und brachte mich im Rahmen einer Serviceberatung mit Frau Thurm in Kontakt. Natürlich war nicht nur die Funktionsstörung meiner Pumpe Thema sondern auch meine verfahrene Situation. Sie hat mir die CGM (kontinuierliche Glukose-messung) empfohlen, um meine Welt wieder in den Griff zu bekommen und sehr überzeugend über ihre eigenen und die Erfahrungen anderer Anwender/innen berichtet.

Ich habe bis dahin nicht mehr daran geglaubt, dass ich es schaffen würde meinen HbA1 in normale Regionen zu senken und nun ist es mir in nur 5 Monaten mit dem „DexCom Seven Plus“ und dem intensivem Einsatz, der sehr kompetenten, spezialisierten und umfassenden Schulung und Betreuung meiner behandelnden Ärztin und meiner Diabetesberaterin gelungen, den fantastischen Wert von 6,9 zu erreichen. Kaum zu glauben. Was hat sich verändert? Warum klappt es jetzt?

Durch die ständige Anzeige der aktuellen Glukosewerte und die Warnung bei zu hohen oder zu niedrigen Werten bin ich viel mutiger geworden, auch für mich extreme Veränderungen der Einstellung umzusetzen. Durch die Trenddiagramme ist es möglich den Verlauf von Tagen zu analysieren und Anpassungen der Basalrate und im Verhalten (Insulinabdeckung der Mahlzeiten, Vorgehen beim Gegen-regulieren, temporäre Anpassung der Basalrate beim Sport etc.) konkret abzuleiten.

Fazit

Der Einsatz des Dauermessgerätes und die dadurch erst möglich gewordene differenzierte Anpassung meiner Therapie hat meine Welt verändert. Und nicht nur meine. Ich bin wieder viel aktiver und präsenter im Zusammenleben mit Anderen und bekomme viele positive Rückmeldungen, die mich motivieren weiter dranzubleiben.

Natürlich hat so ein Leben mit dem Dauermessgerät auch seine schwierigen Ecken.
Man muss sich darauf einlassen und sich auf ungewohntes Terrain begeben. Wer eine Insulinpumpe hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern, das ist ja vergleichbar. Nun kommt noch ein Gerät dazu, das man irgendwo in der Kleidung deponieren muss und das in den unmöglichsten Situationen piept und brummt. Und natürlich macht nicht die Technik allein die Veränderung. Nur diszipliniertes Verhalten und aktives damit Umgehen – sprich ein hoher Zeitaufwand - führen zum Erfolg. Nicht zuletzt steht auch noch die finanzielle Frage im Raum, denn die Krankenkassen haben die Dauermessgeräte noch nicht auf ihrer „Positivliste“, so dass zähe Verhandlungen erforderlich werden, wenn man ein eigenes Gerät dauerhaft einsetzen möchte.

Ich empfehle allen, die mit stark schwankenden Werten zu kämpfen haben, es einfach einmal auszuprobieren. Vielleicht ändert sich dann auch Ihre Welt.....

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Jan 23, 2011
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by: Anonymous


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