Freestyle libre:
So verspielt man Vertrauen!

Seit Oktober 2014 ist Abbotts neues Sensor-System, Freestyle libre, auf dem Markt. Von den ersten Nutzen überschwenglich gelobt wegen seiner Präzision und dem einfachen Handling. Dank eines sehr effektiven und erfolgreichen Marketings, ist das 'Starter-Set' zur Zeit nicht mehr verfügbar!

Es gibt sicher eine Menge positiver und weniger positiver Dinge zur Performance des Freestyle libre-Systems zu berichten. Das soll jetzt hier aber nicht weiter Thema sein.

Mir geht es um einen Bericht eines belgischen Arztes und IT-Sicherheitsexperten, Pierre Vandevenne, der feststellte, dass die Freestyle-Software sich bei Anschluss des Scanners mit dem heimatlichen Abbott-Server in Dallas in den USA verbindet und die Messwerte und sonstigen Einträge übermittelt. Über die Geräte-ID ist eine Zuordnung zum Benutzer (da Abbott ja ausschließlich direkt verkauft), ohne größere Probleme möglich.

Das alles geschieht ohne die ausdrückliche Zustimmung des Benutzers. Das ist meines Erachtens ein eklatanter Verstoß gegen nationales und internationales Recht. Callhome- oder Phonehome-Software gilt als Malware wie Trojaner und Würmer!

Ich bin mir sicher, dass der überwiegende Teil der Freestyle libre-Nutzer nichts gegen eine Nutzung seiner Daten einzuwenden hätte, wenn er gefragt würde!

Mit dieser Vorgehensweise verspielt Abbott ohne Not Vertrauen!


Nachtrag:

In Gesprächen mit Verantwortlichen der Fa. Abbott wurde von deren Seite immer wieder betont, es würden "nur anonymisierte Daten" und nur zu "Forschungszwecken" übertragen. Was genau das bedeutet, wurde einem zukünftigen Gespräch mit Experten vorbehalten.

In der Zwischenzeit hat es offenbar intensive Gespräche zwischen Abbott und diversen Krankenkassen gegeben. Am 09.02.2015 meldeten die Techniker Krankenkasse und am 10.02.2015 die DAK, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen, die Kosten für den Freestyle Libre (zum Teil) übernehmen würden - die DAK auch für Typ 2-Diabetiker.

Die Bereitwilligkeit, mit der von diesen beiden Kassen (Mehr-)Kosten übernommen werden sollen, verwundert schon ein wenig! Man fragt sich auch, warum CGM so vehement abgelehnt wird (obwohl die Kosten im Hinblick auf längere Laufzeit der Sensoren und mehr Sicherheit (Alarme) sicher geringer sind!)

Und man fragt sich natürlich erst recht, was die TK und die DAK vom Datenschutz halten ...


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